Die Pflegestiftung Tirol feierte ihr 15-jähriges Bestehen


Seit 15 Jahren bildet die Pflegestiftung in allen Regionen Tirolerinnen und Tiroler aus, die arbeitslos gemeldet sind und für einen Pflegeberuf die Voraussetzungen mitbringen. 1200 Personen haben seit 2002 unterschiedliche Pflegeausbildungen abgeschlossen und stehen den entsprechenden Tiroler Einrichtungen als dringend benötigte Fachkräfte zur Verfügung. Jährlich treten rund 170 weitere Personen in die Stiftung ein.

Hinter diesen Zahlen steckt mehr als beim ersten Blick sichtbar wird: ein seit 15 Jahren funktionierendes Netzwerk zwischen der Stiftungsträgerin amg-tirol, Land Tirol, AMS Tirol, Pflege- und Ausbildungseinrichtungen, Sozialpartnern und vor allem die Leistungen der StiftungsteilnehmerInnen. Sie absolvieren die –oftmals jahrelangen, anspruchsvollen - Ausbildungen im 2. Bildungsweg.


Alle Beteiligten waren sich am 2. März 2017 bei der 15-Jahresfeier in Innsbruck mit rund 100 Gästen einig, dass die Pflegestiftung ein Erfolgsmodell ist und das Rezept, um dringend benötigten Pflegenachwuchs in Tirol  zu sichern. „Hätten wir die über die Pflegestiftung 1200 Pflegekräfte nicht, könnten wir heute nicht hier sitzen. Wir hätten schlicht und einfach keine Zeit dafür“, bringt es Robert Kaufmann, Leiter der ARGE Tiroler Heime, plakativ auf den Punkt.

Derzeit wird jede 10. Person, die in Tirol eine Pflegeausbildung absolviert, über die Pflegestiftung ausgebildet. Ausbildungs- und Pflegeeinrichtungen sehen bei den StiftungsteilnehmerInnen unisono den Vorteil, dass es sich hier meist um ältere Tirolerinnen und Tiroler handelt, die mitten im Leben stehen, Berufserfahrung haben und für die neue berufliche Chance sehr dankbar und entsprechend motiviert sind.
 


Gleichzeitig bedeutet die Ausbildung am zweiten Bildungsweg für die TeilnehmerInnen schon auch einen „kalten Sprung ins Wasser“, verdeutlicht Sonja Hasenauer von der SOB (Schule für Sozialbetreuungsberufe).

 „Bevor sie sich wirklich auf die Ausbildung einlassen können, arbeiten wir gemeinsam den persönlichen Rucksack der TeilnehmerInnen ab. Darin befinden sich durchaus Ängste, Sorgen, finanzielle Schwierigkeiten, schlechte Schulerfahrungen und der Druck, wieder beurteilt zu werden und eine fachliche Leistung zu erbringen. Es gelingt nicht bei allen, manchmal ist es für die Menschen einfach der falsche Zeitpunkt", so Hasenauer.
 

Dass dies selten der Fall ist, schreiben die Ausbildungseinrichtung sowie  AMS GF Anton Kern dem guten Auswahlverfahren über AMS und amg-tirol zu. An der Pflegestiftung Interessierte werden detailliert über Berufsbilder in der Pflege und die Ausbildung im Rahmen der Stiftung informiert, sozialromantische Vorstellungen aufgedeckt und persönliche Eignung gemeinsam mit Ausbildungseinrichtungen überprüft.


In den letzten 7 Jahren haben 800 Personen eine Pflegeausbildung über die Pflegestiftung erfolgreich absolviert, 97% davon sind meist in ein Dienstverhältnis bei ihrem Kooperationspartner übernommen worden. Ein wesentliches Merkmal der Pflegestiftung: Die TeilnehmerInnen werden während der Stiftung  dort in der Praxis ausgebildet, wo sie später arbeiten. 

„Eine win-win Situation“, so Daniela Maier, Pflegedienstleiterin in Lienz. „Nach der Ausbildung stehen wirklich einsatzbereite MitarbeiterInnen zur Verfügung.“


Dieses brückenbauende Element zwischen arbeitsuchenden TirolerInnen und Tiroler Pflegeeinrichtungen ist auch Arbeitslandesrat Johannes Tratter ein großes Anliegen:

 „Die Pflegestiftung ist ein effektives Instrument für den Arbeitsmarkt. Für die Menschen ist es eine Riesenchance, zurück in den Arbeitsmarkt zu finden und vor allem im späteren Betrieb entsprechend der neuen Aufgaben qualifiziert zu werden, sprich,  gut vorbereitet in den neuen Job zu gehen.

Dem Arbeitsmarkt stehen wiederum qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung. Und hier wird der Bedarf in der Pflege zukünftig noch steigen.“, so Tratter.

Dass der Bedarf größer wird und sich die Pflegelandschaft in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, etc. grundsätzlich in Tirol verändern wird, bestätigt auch LR Bernhard Tilg

 Auf die Veränderungen werde mit neuen Pflegeausbildungen und neuen Strukturen reagiert und dafür 2 Milliarden Euro seitens des Landes in die Hand genommen. Wichtig sei, weiterhin für eine gute Qualifizierung in der Pflege zu sorgen. Dazu gehöre auch die Pflegestiftung als wichtiger Mosaikstein, so Tilg.

Doch auch die Pflegestiftung Tirol muss sich den Veränderungen anpassen. „Das Netz der Zusammenarbeit ist dicht geflochten, die Stiftung gut aufgestellt“, so amg-tirol -GF Maria Steibl.


Aufgrund der neuen Pflegeberufe braucht es jedoch einen neuen Bescheid, der den aktuellen Rahmenbedingungen Rechnung trägt. „Diesen erwarten wir im April und werden dann auf Basis der letzten erfolgreichen 15 Jahre weiterarbeiten.“, so Steibl.

Herausforderung werde allerdings sein, so sind sich alle einig, weiterhin geeignete Personen für den Pflegeberuf zu finden. Das AMS sieht als Lösung, die Zielgruppe der Pflegestiftung auszuweiten. Hierzu muss ein Rahmen geschaffen werden, der beispielsweise auch Menschen mit Migrationsgeschichte und verstärkt Frauen mit Betreuungspflichten eine Ausbildung über die Pflegestiftung ermöglicht.

Die Pflegestiftung Tirol, ist gemeinsam finanziert durch das Land Tirol, das AMS Tirol und die Tiroler Pflegeeinrichtungen. Getragen wird die Pflegestiftung Tirol von der amg-tirol.
 

Alle weiteren Informationen zur Pflegestiftung Tirol finden Sie hier.